Warum Risiko der wahre Ursprung von Wohlstand ist
Vor wenigen Tagen twitterte Jan von Aken von Die Linke:
„308 Milliardäre sind für mehr CO₂ verantwortlich als 118 Länder. Superreiche sind die Hauptverursacher der Klimakrise. Es ist Zeit, dass sie dafür die Rechnung zahlen. Wir fordern eine globale Milliardärssteuer!“
Die Botschaft ist klar: Reichtum soll Schuld sein.
Doch die These ist ökonomisch falsch, moralisch schief – und politisch brandgefährlich.
Denn sie verkennt völlig, wie Wohlstand überhaupt entsteht.
Besitz ist nicht Schuld
Oxfam, auf deren Studie sich Jan von Aken beruft, rechnet die CO₂-Emissionen großer Unternehmen anteilig ihren Aktionären zu.
Wer also Aktien von Shell, Exxon, Lufthansa oder BASF hält, soll angeblich für den Ausstoß dieser Firmen „verantwortlich“ sein.
Das ist eine rhetorische Konstruktion, keine wissenschaftliche.
Denn ein Aktionär produziert kein CO₂.
Er finanziert Unternehmen, die Produkte herstellen, die alle Menschen nutzen –
Benzin, Heizöl, Flugreisen, Strom, Plastik, Medikamente, Lebensmittel.
Wer also zur Tankstelle fährt, heizt oder fliegt, verursacht selbst Emissionen.
Milliardäre besitzen Anteile an Firmen, weil Menschen deren Produkte nachfragen.
Kapital folgt der Nachfrage – nicht umgekehrt.
Wenn morgen niemand mehr Benzin kaufen würde, wäre Shell wertlos.
Das zeigt, wie verdreht die Argumentation der Linken ist:
Sie geben Investoren die Schuld für ein Konsumverhalten, das sie selbst tagtäglich leben.
Kapitalismus funktioniert durch Risiko, nicht durch Stillhalten
Viele Linke behandeln Vermögen, als wäre es ein Schatz, der einfach existiert und „vermehrt“ werden muss.
In Wahrheit ist Kapital immer Risiko in Bewegung.
Hinter jeder Milliarde steckt ein unternehmerisches Wagnis, unzählige Fehlversuche, Entscheidungen, Arbeit, Verantwortung – und die Möglichkeit zu scheitern.
Reichtum entsteht nicht, weil jemand nichts tut, sondern weil jemand mehr wagt als andere.
Tesla, Amazon, Apple, BioNTech, SpaceX – all diese Unternehmen sind das Ergebnis von Menschen, die ihr Vermögen, ihre Karriere und ihren Ruf aufs Spiel gesetzt haben.
Viele dieser Wetten sind schiefgegangen, andere haben Millionen Arbeitsplätze geschaffen.
So funktioniert Fortschritt: durch Versuch, Irrtum und Risiko – nicht durch politische Deklarationen.
Wer Risiko bestraft, zerstört Innovation
Wenn Erfolg moralisch verdächtig wird und Reichtum als Sünde gilt,
dann verschwindet der Anreiz, überhaupt etwas zu wagen.
Menschen sind Anreizwesen.
Sie investieren, erfinden und gründen, weil sie die Chance auf Belohnung sehen.
Wenn der Staat oder die Gesellschaft signalisiert:
„Ab einer bestimmten Höhe nehmen wir dir das Ergebnis weg“,
dann handeln Menschen rational – sie hören auf, Risiko zu tragen.
Das Resultat ist keine Gerechtigkeit, sondern Stagnation.
Weniger Kapital bedeutet weniger Innovation, weniger Arbeitsplätze, weniger Wohlstand.
Das, was Linke als „Umverteilung“ verkaufen, ist in Wahrheit Wohlstandsvernichtung.
Die Illusion der großen Umverteilung
Die Idee, man könne durch eine „Milliardärssteuer“ den Planeten retten, klingt moralisch verführerisch – aber ökonomisch naiv.
Denn Vermögen ist kein Geldberg im Tresor.
Es besteht aus Firmenanteilen, Maschinen, Immobilien, Forschung, Know-how.
Wenn man dieses Vermögen „besteuert“ oder enteignet, müssen die Eigentümer liquide Mittel schaffen – also verkaufen.
Dadurch sinken Aktienkurse, Unternehmen verlieren Eigenkapital, Investitionen werden teurer.
Am Ende trifft es nicht die Milliardäre, sondern die reale Wirtschaft und ihre Beschäftigten.
Eine Gesellschaft kann Reichtum umverteilen, aber sie kann ihn nicht multiplizieren, indem sie ihn teilt.
Wohlstand wächst nur dort, wo Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und Risiken einzugehen.
Die moralische Umkehr der Verantwortung
Der Satz „308 Milliardäre sind für mehr CO₂ verantwortlich als 118 Länder“ ist kein Fakt, sondern ein Frame.
Er verwandelt wirtschaftliche Aktivität in moralische Schuld.
Er ersetzt Verantwortung durch Empörung.
In Wahrheit tragen Eigentümer die Risiken der Unternehmen, die sie finanzieren:
Sie können Geld verlieren, verklagt werden, bankrottgehen.
Politiker, die solche Tweets schreiben, tragen kein vergleichbares Risiko.
Sie können sich irren, Geld ausgeben, Steuern erhöhen – die Kosten zahlen andere.
Das ist der eigentliche Unterschied zwischen Kapitalismus und Populismus:
Im Kapitalismus haftet derjenige, der entscheidet.
Im Populismus immer der, der arbeitet.
Der Widerspruch der Linken
Linke Politiker nutzen täglich die Errungenschaften, die sie verachten.
Sie twittern auf iPhones, fliegen zu Parteitagen, streamen auf Servern, die von privaten Unternehmen betrieben werden – und leben von Steuereinnahmen, die der Kapitalismus erwirtschaftet.
Ohne die Innovationskraft, die sie kritisieren, gäbe es ihre ganze Infrastruktur nicht.
Sie verdanken ihre Reichweite, ihre Plattformen und ihren Komfort genau jenem System, das sie bekämpfen.
Das ist kein Programm, das ist ein Paradoxon.
Eigentum ist Verantwortung
Eine Gesellschaft, die Eigentum moralisch verurteilt, verliert das Verständnis für Verantwortung.
Denn wer nichts besitzt, kann auch nichts verlieren – und wer nichts verlieren kann, denkt nicht langfristig.
Eigentum verpflichtet, ja – aber es diszipliniert auch.
Es zwingt dazu, Ressourcen zu schonen, Risiken zu bewerten, Entscheidungen mit Konsequenzen zu treffen.
Das ist nachhaltiger als jede Parole von „sozialer Gerechtigkeit“.
Was echte Gerechtigkeit wäre
Gerechtigkeit entsteht nicht, wenn alle gleich viel besitzen,
sondern wenn alle die gleiche Chance haben, durch Leistung aufzusteigen.
Das funktioniert nur in einer Gesellschaft, die Leistung belohnt,
nicht in einer, die sie moralisch abwertet.
Wenn man Erfolg kriminalisiert, produziert man keine Gleichheit – man produziert Frustration.
Und am Ende sitzen alle in der Warteschlange des Staates,
weil niemand mehr Verantwortung übernehmen will.
Fazit
Wohlstand entsteht nicht durch Besitz, sondern durch Risiko.
Nicht durch Forderung, sondern durch Leistung.
Nicht durch Neid, sondern durch Neugier.
Man kann Kapital besteuern, aber man kann es nicht zwingen, zu bleiben.
Man kann Reichtum umverteilen, aber man kann ihn nicht künstlich erschaffen.
Wer ernsthaft glaubt, 308 Milliardäre seien das Problem,
hat nicht verstanden, wie Wirtschaft funktioniert.
Das Problem ist nicht Reichtum,
sondern das Unverständnis darüber, wie er entsteht.
Quellen:
- Tweet von Die Linke / Jan von Aken (X.com, 29. Oktober 2025)
- Oxfam-Studie 2025 zur CO₂-Verteilung und Vermögenskonzentration