Warum ich Weyerhaeuser kaufen würde – aber Warren Buffett nicht
Vor einiger Zeit habe ich auf BullishOne.com über Weyerhaeuser geschrieben – den größten privaten Waldbesitzer Nordamerikas.
Mein Fazit damals lautete: langweilig, solide, profitabel.
Daran hat sich im Grunde nichts geändert.
Aber ich sehe das Unternehmen heute klarer – vor allem, wenn man es durch die Brille von Warren Buffett betrachtet.
Was Weyerhaeuser stark macht
Weyerhaeuser ist ein klassischer Sachwert: Millionen Hektar Wald, reale Flächen, echte Erträge.
Das Geschäftsmodell umfasst Holzernte, Bauholzproduktion, Landverpachtung sowie Einnahmen aus Energie, Zellstoff und CO₂-Zertifikaten.
Das Unternehmen ist als REIT (Real Estate Investment Trust) strukturiert.
Das bedeutet: Weyerhaeuser muss mindestens 90 Prozent seiner Gewinne an die Aktionäre ausschütten, um seine steuerliche Befreiung zu behalten.
Das klingt nach Stabilität – aber es hat Folgen, die man als langfristiger Investor verstehen sollte.
Warum Buffett das nicht mag
Buffett liebt Unternehmen, die aus eigener Kraft wachsen und ihren Zinseszinseffekt im Inneren behalten.
Bei Weyerhaeuser ist das Gegenteil der Fall.
Weil das Unternehmen seine Gewinne ausschütten muss, kann es kaum Eigenkapital aufbauen oder intern reinvestieren.
Wenn es expandieren will, muss es neues Kapital aufnehmen – entweder durch Schulden oder durch neue Aktienemissionen.
Damit wird der Zinseszinseffekt gebremst, den Buffett so sehr schätzt.
Bei Coca-Cola fließt der Gewinn steuerfrei im Inneren zurück ins Geschäft.
Bei Weyerhaeuser fließt er nach außen und wird erst nach Steuern wieder investierbar.
Coca-Cola vs. Weyerhaeuser
| Kriterium | Coca-Cola | Weyerhaeuser |
|---|---|---|
| Branche | Konsum / Marke | Forst / Rohstoff |
| Gewinnverwendung | frei, intern steuerfrei reinvestierbar | Ausschüttungspflicht (REIT) |
| Finanzierung | intern durch Gewinne | extern durch Kapitalaufnahme |
| Cashflow | stabil, wachsend | zyklisch, holzpreisabhängig |
| Moat | Marke, Gewohnheit, globaler Vertrieb | Natur, aber keine Preissetzung |
| Dividende | freiwillig, wachsend | verpflichtend, schwankend |
| Buffett-Faktor | stark | begrenzt |
Warum ich Weyerhaeuser trotzdem mag
Ich sehe Weyerhaeuser nicht als Zinseszinsmaschine, sondern als ehrlichen Realwert-Baustein.
Ein Stück Land, das arbeitet, ohne dass ich selbst aufforsten muss.
Für mich ist das eine Ergänzung, kein Ersatz für Berkshire oder Coca-Cola.
Ich mag den Gedanken, reale Ressourcen im Depot zu haben – aber ich verstehe jetzt besser, warum Buffett das anders sieht.
Fazit
Buffett sucht Unternehmen, die Geld aus sich selbst heraus vermehren.
Ich suche manchmal auch Werte, die einfach real bleiben.
Weyerhaeuser ist solide, greifbar und inflationsgeschützt –
aber kein Unternehmen mit exponentieller Kapitalrendite.
Ich würde Weyerhaeuser kaufen.
Buffett würde Coca-Cola kaufen.
Und beide hätten Recht – jeder auf seine Weise.
Zum Weiterlesen
Mein ursprünglicher Artikel über Weyerhaeuser auf BullishOne.com