Warum auch Trump den Bitcoin-Zyklus versteht
Macht, Markt und das orchestrierte Reset-Spiel
Mir fällt in den letzten Wochen auf, dass selbst die kryptofreundlichsten Stimmen rund um Donald Trump deutlich gelassener geworden sind.
Keiner ruft mehr laut „Bitcoin to one million“.
Es ist eher so ein Gefühl, als ob sie denken: Lass ihn ruhig mal wieder abkühlen – vielleicht auf 40.000 oder 30.000 Dollar.
Nicht, weil sie das gesagt hätten, sondern weil sich das Verhalten im Markt genau so anfühlt.
Und genau das zeigt mir: Auch sie haben verstanden, dass Märkte Zyklen brauchen.
Man kann den Preis nicht dauerhaft oben halten, sondern muss ihn atmen lassen – aufpumpen, abkühlen, neu starten.
Und genau das scheint jetzt wieder zu passieren.
Die Anatomie eines Bitcoin-Zyklus
- Aufpumpen – Euphorie, ETFs, Promi-Tweets, „Bitcoin to 1 Million!“
- Abschöpfen – institutionelle Verkäufe in Stärke, Gewinnmitnahmen, Umlagerung in Cash oder Aktien
- Abkühlen lassen – 40.000 $ bis 30.000 $, Frust, Medien-Spott, Abkehr der Kleinanleger
- Neuaufbau – Akkumulation durch dieselben Akteure, die oben verkauft haben
- Neuer Zyklus – neues Narrativ: staatliche Nutzung, Energie-Integration, Mining-Infrastruktur
Warum Machtpolitik Zyklen braucht
Ein Asset, das immer nur steigt, wird politisch gefährlich.
Ein Asset, das zyklisch schwankt, lässt sich hingegen politisch lenken.
Die clevere Strategie ist nicht, Bitcoin permanent auf neue Rekorde zu treiben, sondern ihn regelmäßig zu entladen, um neue Einstiegspunkte zu schaffen.
Nur so können Netzwerke wachsen – und Machtpositionen aufgebaut werden, ohne dass der Markt überhitzt.
Man könnte sagen: Das „Crashen-Lassen“ ist Teil des Plans.
Denn nur im Schmerz wird Kapital beweglich, nur in der Angst wechseln Coins die Hände.
Der Zyklus der Anleger – vom 100-Euro-Test zum Überzeugten
Bitcoin ist aber nicht nur ein ökonomischer Zyklus.
Er ist auch ein psychologischer Prozess, der seine Teilnehmer erzieht.
Er funktioniert wie ein sich selbst erneuerndes Bildungssystem:
- Neugierphase – „Ich kauf mal ein bisschen, um’s zu verstehen.“
- Verstehensphase – YouTube, Podcasts, Bücher – das Wissen wächst.
- Verlustphase – der Crash kommt, 60–80 % Minus, erste echte Prüfung.
- Überzeugungsphase – wer bleibt, hat Bitcoin verstanden.
- Akkumulationsphase – Kapital wird aus anderen Assets in Bitcoin verschoben.
- Multiplikationsphase – die „Überlebenden“ erzählen ihre Geschichte weiter.
Jede Generation von Anlegern wird so zu den neuen starken Händen des nächsten Bullenmarkts.
Die einen machen es mit 100 Euro, die anderen mit 100 Millionen.
Das Prinzip ist dasselbe – nur die Nullen unterscheiden sich.
Das orchestrierte Reset-Spiel
Es ist also kein Zufall, wenn dieselben Stimmen, die einst „Bitcoin to the Moon“ riefen, heute Gelassenheit predigen.
Sie wissen, dass der wahre Reichtum nicht im Hype, sondern im Timing liegt.
„Buy when there’s blood in the blockchain.“
Trump und Co. müssen gar nicht aktiv eingreifen – sie müssen nur den Takt verstehen, in dem die Masse denkt.
Wer diesen Takt nutzt, dirigiert den Markt wie ein Orchester:
Laut, leise, laut, leise.
Und irgendwann, wenn die Musik wieder anschwillt, steht dieselbe Bühne bereit – nur das Publikum hat sich verändert.
Fazit:
Bitcoin ist längst kein reines Finanzphänomen mehr.
Er ist ein soziales Experiment, ein politisches Werkzeug und eine emotionale Schule.
Und wer den Zyklus verstanden hat – ob Trump oder Kleinanleger –
spielt beim nächsten Akt dieselbe Melodie, nur eine Oktave tiefer.
Quelle: Beobachtungen des aktuellen Bitcoin-Marktzyklus 2024 / 2025, Halving-Effekte, Marktpsychologie und sozioökonomische Muster.