Ein persönlicher Gedanke über das, was wirklich zählt
Der wahre Luxus
Wenn man das Wort Luxus hört, denken viele an Autos, teure Kleidung und einen verschwenderischen Lebensstil.
Das sind die sichtbaren Statussymbole, an denen sich unsere Gesellschaft seit Jahrzehnten orientiert.
Sie sind laut, glänzend und messbar. Doch gerade das Messbare verliert immer mehr an Bedeutung.
Der eigentliche Luxus im Leben hat nichts mit materiellen Dingen zu tun.
Er beginnt dort, wo man sich Zeit nehmen kann – für sich selbst, für andere, für das, was einem wirklich wichtig ist.
Luxus ist ein langsamer Morgen, an dem kein Wecker klingelt.
Luxus ist die Freiheit, wählen zu können – was man tut, mit wem man zusammenarbeitet, wo man lebt.
Luxus ist eine gute Nacht Schlaf, weil der Kopf ruhig ist und die Sorgen klein geworden sind.
Luxus ist Seelenfrieden, der nicht gekauft, sondern erarbeitet wird – durch Klarheit, innere Ordnung und Selbstbestimmung.
Auch ruhige, unspektakuläre Tage sind ein unterschätzter Reichtum.
Sie sind das Gegenteil der permanenten Reizüberflutung, die viele Menschen für Leben halten.
Im Moment zu sein, ohne an morgen zu denken, ist ein Zustand, den Geld nur selten ermöglicht.
Ich mache jeden Tag drei Spaziergänge mit dem Hund – zwei große, einen kleinen.
Da kann ich mich reflektieren, nachdenken, einfach da sein.
Das sind oft die besten Stunden des Tages: kein Druck, kein Ziel, nur Bewegung und Gegenwart.
Ich kenne auch noch Zeiten, in denen das anders war.
Ich war unglücklich im Job, habe 12 bis 15 Stunden am Tag gearbeitet – und mich am Ende durch Konsum belohnt.
Aber es macht keinen Sinn, so viel Lohnsteuer zu zahlen und dann beim Konsum noch einmal 19 % obendrauf, nur damit der Gegenstand ein paar Tage später an Wert verliert.
Spätestens zwei, drei Tage nach dem Kauf fühlte ich mich immer leer.
Heute konsumiere ich nichts mehr – außer mein Leben.
Und es geht mir besser als je zuvor.
Luxus bedeutet für mich heute nicht, mehr Zeit mit Menschen verbringen zu können, sondern mehr Zeit für Dinge zu haben, die mir wirklich wichtig sind.
Das kann alles Mögliche sein – von einfachen Momenten im Alltag bis hin zu fundierten Investmententscheidungen.
Denn wer in einer hektischen 60-Stunden-Woche gefangen ist, ist am Wochenende oft nur noch erschöpft.
Wer Zeit hat, kann seinen Geist arbeiten lassen.
André Kostolany sagte einmal:
„Lieber eine Stunde über Geld nachdenken, als eine Stunde für Geld arbeiten.“
Aber dafür braucht man Muße.
Wenn man einen gewissen Kapitalstock aufgebaut hat und genug Zeit hat, überlegt zu handeln, ist das ein viel größerer Hebel, als für 15 oder 20 Euro die Stunde zu arbeiten.
Unter Stress treffen wir selten gute Entscheidungen – weder im Leben noch an den Märkten.
Wahrer Luxus ist deshalb die Fähigkeit, Zeit und Ruhe zu haben, um klare Gedanken zu fassen.
Materieller Wohlstand kann Freiheit ermöglichen. Aber er ersetzt sie nicht.
Wahrer Luxus entsteht nicht durch mehr Besitz, sondern durch weniger Abhängigkeit.