Der Mindestlohn als staatliches Schneeballsystem Wie moralische Politik die Inflation anheizt und Leistungsanreize zerstört

Der Mindestlohn als staatliches Schneeballsystem Wie moralische Politik die Inflation anheizt und Leistungsanreize zerstört
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Wie moralische Politik die Inflation anheizt und Leistungsanreize zerstört

Der Mindestlohn gilt als sozialpolitische Errungenschaft.
„Wer arbeitet, soll davon leben können“ – ein Satz, gegen den kaum jemand öffentlich etwas sagen kann.
Doch genau darin liegt die Perfektion dieses Systems:
Ein moralisch unangreifbares Narrativ deckt einen ökonomischen Mechanismus ab, der immer weiter aus dem Ruder läuft.


Der Mechanismus hinter der Fassade

Wenn der Staat den Mindestlohn anhebt, entsteht der Eindruck, die Schwächsten der Gesellschaft würden entlastet.
In Wahrheit aber verlagert sich die Last – sie wird nur unsichtbar verteilt.

  1. Unternehmen müssen höhere Löhne zahlen.
    Besonders betroffen sind kleine Betriebe mit niedriger Wertschöpfung – Bäckereien, Gastronomie, Pflege, Einzelhandel.

  2. Diese Betriebe erhöhen ihre Preise.
    Der Verbraucher zahlt also indirekt den neuen Mindestlohn über teurere Brötchen, Kaffee oder Dienstleistungen.

  3. Der Staat verdient an jeder Stufe mit.

    • Mehr Lohnsteuer durch höhere Bruttolöhne
    • Mehr Sozialabgaben
    • Mehr Mehrwertsteuer, weil Produkte teurer werden
    • Mehr Unternehmenssteuern, weil nominale Umsätze steigen
    • Und durch die sogenannte kalte Progression zieht er zusätzlich still an der Steuerlastschraube

Die Rechnung ist einfach:
Was unten als „soziale Geste“ verkauft wird, kommt oben als fiskalischer Gewinn an.


Die zweite Welle: Die Lohnspirale

Noch gravierender sind die psychologischen Folgewirkungen:
Wenn die Reinigungskraft oder Küchenhilfe 13,90 € bekommt,
warum sollte der Hausmeister, Koch oder Schichtleiter mit 14 € zufrieden sein?
Er trägt mehr Verantwortung, mehr Erfahrung, mehr Belastung – also fordert er ebenfalls mehr.

Das ist die Lohnspirale:
Die Mindestlohnerhöhung schiebt nicht nur den Boden nach oben,
sie hebt das gesamte Lohngefüge an – und damit auch die Preise, Mieten und Dienstleistungen im ganzen Land.

Die vermeintlich einfache Hilfe für Geringverdiener wirkt wie ein Dominostein,
der die ganze Kostenstruktur kippt.
Am Ende steigen die Preise für alle, und der reale Kaufkraftgewinn verschwindet.


Der perfide Effekt: Moral als Schutzschild

Das eigentlich Perfide daran ist, dass man diese Entwicklung kaum kritisieren darf.
Wer auf die Nebenwirkungen hinweist, gilt sofort als „herzlos“ oder „arbeitgeberfreundlich“.
Das moralische Narrativ dient als Firewall gegen Kritik.

Dabei geht es gar nicht um Menschenverachtung, sondern um Systemlogik:
Ein Zwangslohn von oben erzeugt neue Ungleichgewichte unten –
und das nutzt in der Summe dem Staat, nicht dem Arbeiter.


Der wahre Gewinner

  • Der Staat kassiert mehr Steuern und Abgaben
  • Die Gewerkschaften rechtfertigen ihre Existenz durch nominelle Lohnsteigerungen
  • Die Politik verkauft das als Erfolgsgeschichte sozialer Gerechtigkeit

Doch in Wahrheit ist der Mindestlohn längst kein Instrument der Fürsorge mehr,
sondern ein Hebel zur Stabilisierung des Steuersystems.
Er funktioniert wie ein Schneeballsystem nach oben:
Je weiter der Ball rollt, desto größer wird er – und desto mehr klebt am Staatshaushalt.


Fazit

Der Mindestlohn war einmal als Schutz gedacht.
Heute ist er ein Werkzeug, um Inflation, Staatsquote und politische Zustimmung gleichzeitig zu befeuern.
Die Absicht mag sozial klingen – die Wirkung ist ökonomisch destruktiv.

Am Ende leben nicht mehr Menschen von ihrer Arbeit,
sondern der Staat lebt besser von ihrer Arbeit.