Wer verlässt Deutschland wirklich?
Wer verlässt Deutschland wirklich – und warum?
Immer mehr Deutsche ziehen ins Ausland. 2023 waren es rund 300.000 Menschen mit deutschem Pass, die die Bundesrepublik verlassen haben. Fast 191.000 kehrten zwar zurück, doch der negative Saldo zeigt: Der Trend verstetigt sich.
Die beliebtesten Ziele sind die Schweiz, Österreich und die USA. Auch Spanien und Frankreich stehen hoch im Kurs. Diese Länder punkten mit Stabilität, höheren Einkommen und einem Umfeld, das viele als attraktiver empfinden als die aktuelle Lage in Deutschland (swissinfo.ch).
Historisch ist Auswanderung mehr als ein Ortswechsel. Schon die Menschen, die vor über hundert Jahren nach Amerika gingen, gehörten zu einem bestimmten Schlag: Sie waren risikobereit, kreativ und wollten etwas Neues schaffen. Es waren nicht die, die sich mit dem Bestehenden zufriedengaben, sondern jene, die den Aufbruch suchten. Wer heute Deutschland verlässt, bringt oft genau diese Eigenschaften mit – und nimmt Kapital, Ideen und Energie mit.
Die Politik setzt dem eine andere Erzählung entgegen: „Macht euch keine Sorgen, wir kümmern uns.“ Doch von welcher Substanz lebt dieses Versprechen, wenn diejenigen, die Substanz aufbauen, ihre Zukunft woanders sehen? Schon heute kehren viele Unternehmer, Investoren und Kreative der Bundesrepublik den Rücken. Es sind nicht nur einzelne Millionäre oder Milliardäre, sondern zunehmend auch die gut situierten Mittelschichten, die sich neue Standorte suchen.
Was bleibt, sind vor allem jene, die durch Eigentum gebunden sind. Doch auch hier wächst die Gefahr, ins Visier zu geraten. Neid ist ein wirksames politisches Instrument. Wer ein abbezahltes Eigenheim besitzt, gilt schnell als „Privilegierter“. Es ist nur ein kleiner Schritt zu der Argumentation, dass Eigenheimbesitzer zusätzliche Abgaben leisten sollen, weil sie im Vergleich zu Mietern einen Vorteil hätten.
Die Logik der Umverteilung endet selten dort, wo sie beginnt. Heute trifft sie die Wohlhabenden, morgen die Selbstständigen, übermorgen diejenigen, die einfach vorausschauend gespart haben. Und am Ende spüren auch jene die Folgen, die eine solche Politik einst befürwortet haben.
Die Auswanderung zeigt deshalb weniger ein individuelles Schicksal als einen strukturellen Warnhinweis: Wenn Menschen, die gestalten und Werte schaffen könnten, den Glauben an ihr Land verlieren, dann ist der Schaden langfristig. Deutschland verliert nicht nur Steuerzahler, sondern vor allem Zukunftsträger. Die Frage ist nicht, wie viele zurückkommen – sondern wie viele bleiben.
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– Bullish One