Schlaf als Ausweg

Schlaf als Ausweg
Photo by Shane / Unsplash

Das Hamsterrad ist unsichtbar, und doch bestimmt es das Leben von Millionen Menschen. Jeden Morgen der Weg zur Arbeit, acht Stunden funktionieren, der Rückweg, die kurze Erholung – und dann wieder von vorn. Vierzig Jahre lang

Man tauscht Zeit gegen Geld, doch dieses Geld ist keine feste Größe. Es wird entwertet, noch während man es verdient. Man arbeitet nicht nur für die eigenen Rechnungen, sondern auch für den schleichenden Verlust der Kaufkraft. Das alte Versprechen – Arbeit, Haus, Rente, Sicherheit – war vielleicht für frühere Generationen noch erreichbar. Heute wirkt es zunehmend wie ein Trugbild.

Und doch machen die meisten weiter. Nicht, weil sie es nicht ahnen würden, sondern weil sie zu müde sind, sich damit auseinanderzusetzen. Wer jeden Tag zehn, elf Stunden außer Haus ist, wer die Wochenenden braucht, um sich kurz zu betäuben oder zu entspannen, der hat kaum Energie, die großen Fragen zu stellen. Schlaf wird zum Ausweg.

Es ist kein Schlaf der Erholung, sondern des Verdrängens. Lieber weiterschlafen, als die Realität anzuerkennen. Denn Aufwachen würde bedeuten, den Schmerz zu spüren: dass man einen großen Teil seines Lebens in einem System verbracht hat, das nicht für den Menschen gebaut ist, sondern für dessen Funktionieren.

So erklärt sich, warum die Mehrheit weiterschläft. Sie ahnen, dass etwas nicht stimmt, aber die Erschöpfung ist größer als die Kraft zur Veränderung. Nur eine Minderheit reißt die Augen wirklich auf. Sie nehmen den Schmerz in Kauf, um nicht mehr blind im Kreis zu laufen.

Und falls du beim Lesen merkst, dass dich dieser Gedanke trifft, dass er etwas in dir auslöst – dann herzlichen Glückwunsch. Du gehörst zu den wenigen, die wahrnehmen, dass etwas nicht mehr stimmig ist. Das ist kein bequemer Ort, aber es ist der Anfang von Freiheit.

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– Bullish One